Vier Messen an jedem Sonntag.
Pater Innocent Lyimo spricht im Frauenkreis über Leben und Glauben in Tansania.
Von einem solchen Andrang zu den Sonntagsgottesdiensten können Kirchengemeinden in Deutschland nur träumen: Um die 700 Menschen strömen im tansanischen Maua Moshi in eine der vier Messen, die Sonntag für Sonntag in der katholischen Gemeinde gefeiert werden. Die Zahl der sonntäglichen Gottesdienstbesucher dieser einen Gemeinde geht also in die Tausende. Kein Wunder, dass Pater Innocent Lyimo zunächst erschreckt war, als er, aus dem tansanischen Moshi nach Deutschland kommend, hier einen erheblich schwächeren Gottesdienstbesuch erlebte. Über diese und viele andere Besonderheiten des Glaubenslebens in seiner Heimat Tansania sprach Pater Innocent Lyimo, Pfarrverweser der Pfarreiengemeinschaft Am Ennert, in der sehr gut besuchten Aprilsitzung unseres Frauenkreises.
Über Religions- und Konfessionsgrenzen hinaus (45% der Bevölkerung bekennen sich zum Christentum, 35% zum Islam, 20% zu Naturreligionen) spielt der Ahnenkult in Tansania eine wichtige Rolle. Ahnen werden als Mittler zwischen Gott und Mensch und damit als Heilige angesehen.
Die Gottesdienste, ganz gleich ob evangelisch oder katholisch, sind übrigens ausgesprochen fröhlich und lebendig, wozu die bei allen Konfessionen hohen Besucherzahlen ihren Beitrag leisten. In jedem Fall gehen Glaube und Lebensfreude Hand in Hand. Und vielleicht ist es diese Lebenszugewandtheit, die ein vergleichsweise friedliches Miteinander der Religionen ermöglicht. Vor diesem Hintergrund legte Pater Innocent den rund fünfzig überaus aufmerksamen und dankbaren Zuhörerinnen ans Herz, im Mitmenschen nicht dessen Status, sondern allein den Menschen zu sehen. Eine solche Sichtweise könne dazu beitragen, die Spaltung durch Religionen und Konfessionen zu überwinden.
Irmtraud Hoffmann-Burchardi
Pater Innocent am 13. April 2011 im Frauenkreis |
